John Ryder

323 v. Christus.
Alexander der Große stirbt in Babylon.
Sein Reich zerfällt und das Wissen um sein Grab verschwindet im Strudel der Geschichte.
Alexander wird zum Mythos, zur Legende.

1928 macht sich ein Mann auf, das Rätsel lösen zu wollen. John Ryder. Ein Schatzsucher, ein Abenteurer. Andere nennen ihn einen Herumtreiber und Taugenichts, wie seine Ex-Frau. Sie begleitet ihn auf der Reise, die sie bis nach Ägypten führen wird.
Aber das wäre nicht so schlimm, wenn man nicht dauernd versuchen würde ihn umzubringen, denn es gibt gefährliche Gegenspieler.
Ein einflussreicher Geschäftsmann und eine geheime Bruderschaft würden alles tun um das Grab als Erste zu finden. Tödliche Fallen warten auf ihn.
Aber John gibt nicht auf, denn wer das Grab findet, wird selbst zur Legende.

Boston 1928

Es war Sonntag, es regnete und in der Nacht zuvor hatte er eindeutig zu viel getrunken. Eigentlich drei gute Gründe um im Bett zu bleiben, dachte sich John Ryder, als er durch beharrliches Klopfen aus dem Schlaf gerissen wurde. Mit halb geöffneten Augen blinzelte er in den grauen Tag hinein, der ebenso müde und träge durch das Bullauge seines Hausbootes lugte. Etwas fuhr ihm nass über das Gesicht. Ein schwerer Druck lastete mit einem Mal auf seiner Brust. Er war sofort hellwach und schaute in die großen, glücklichen Augen seines Hundes. Den Kopf schräg gelegt, die spitzen Ohren eingeknickt schien er ihn anzulächeln. „Oh Gott, Wellington. Wie kann man um die Zeit nur so gute Laune haben?“ Verschlafen strich er seinem Hund über das graubraune und schwarze Fell. Wellington war ein wilder Mix aus einem halben Dutzend Rassen. John hatte ihn als Welpen, durchnässt und halb verhungert vor seinem Hausboot gefunden. Dass Wellington nur drei gesunde Beine besaß, merkte man ihm kaum an.
Jetzt war er aufgedreht und freute sich. Heiser bellend sprang er vor dem Bett auf und ab.
„Psst! Wellington, sei still, du weckst Mi Lai auf.“ John sah über die Schulter auf die mandeläugige Schönheit, die neben ihm lag. Seine Sorge war unbegründet. Sie schlief seelenruhig weiter. Eine Fähigkeit für die er sie beneidete. Er gönnte sich einen Moment, in dem er sie betrachte. Ihr Gesicht war das eines Engels. Ihre nackte Gestalt perfekt. Sein Blick glitt über ihre schlanken Arme, über die gebräunte Haut und ihr rabenschwarzes Haar, welches ihr seidig glänzend über die kleinen Brüste fiel.
Es war eine wilde Nacht gewesen. Sie hatten Mi Lais Geburtstag gefeiert und John war ihr Lieblingsgast gewesen. Sie waren durch die besseren Klubs und Tanzlokale der Stadt getingelt. Hatten getanzt, gefeiert und getrunken. Wer Alkohol haben wollte, musste nur wissen wo er hin musste um ihn zu bekommen. Die Prohibition ist zwar ein Krake, sagte John immer, aber ihre Fangarme reichen trotzdem nicht überall hin. Nun aber rächte sich die durchfeierte Nacht, als er aufstand. Ihm wurde so schwindelig, dass er sich an der Wand abstützen musste. „Nie wieder trink ich soviel. Oh Gott.“ Er wischte sich über das stoppelige Gesicht.
Der Geschmack von Champagner, Gin und Zigaretten klebte ihm auf der Zunge.
Er schlurfte auf blanken Füßen aus dem Schlafzimmer. Wellington an seiner Seite. Es klopfte erneut. Lauter dieses Mal. „Herrgott, John. Mach die scheiß` Tür auf. Es regnet.“
John verzog das Gesicht, während er versuchte sein Gleichgewicht wiederzufinden, das er gestern Nacht irgendwo hier verloren haben musste.
„John!“
Natürlich. Nur seinem besten Freund Allistair konnte es einfallen am heiligen Sonntag um die Uhrzeit bei ihm aufzutauchen. „Komm ja schon!“, krächzte er und wankte durch die Küche. Mi Lais Pumps lagen auf dem Küchentisch. Ihr Büstenhalter baumelte an der Lampe. Seine Sachen lagen verteilt von der Küche bis ins Schlafzimmer.
Es war eine wilde Nacht gewesen. Sie hatten Mi Lais Geburtstag gefeiert und John war ihr Lieblingsgast gewesen. Sie waren durch die besseren Klubs und Tanzlokale der Stadt getingelt. Hatten getanzt, gefeiert und getrunken. Wer Alkohol haben wollte, musste nur wissen wo er hin musste um ihn zu bekommen. Die Prohibition ist zwar ein Krake, sagte John immer, aber ihre Fangarme reichen trotzdem nicht überall hin. Nun aber rächte sich die durchfeierte Nacht, als er aufstand. Ihm wurde so schwindelig, dass er sich an der Wand abstützen musste. „Nie wieder trink ich soviel. Oh Gott.“ Er wischte sich über das stoppelige Gesicht.
Der Geschmack von Champagner, Gin und Zigaretten klebte ihm auf der Zunge. Er schlurfte auf blanken Füßen aus dem Schlafzimmer. Wellington an seiner Seite.
Es klopfte erneut. Lauter dieses Mal. „Herrgott, John. Mach die scheiß` Tür auf. Es regnet.“
John verzog das Gesicht, während er versuchte sein Gleichgewicht wiederzufinden, das er gestern Nacht irgendwo hier verloren haben musste.
„John!“
Natürlich. Nur seinem besten Freund Allistair konnte es einfallen am heiligen Sonntag um die Uhrzeit bei ihm aufzutauchen. „Komm ja schon!“, krächzte er und wankte durch die Küche. Mi Lais Pumps lagen auf dem Küchentisch. Ihr Büstenhalter baumelte an der Lampe. Seine Sachen lagen verteilt von der Küche bis ins Schlafzimmer.
Es muss tatsächlich wild gewesen sein, mutmaßte er.
Doch mehr als verschwommene Eindrücke an tanzende Menschen und Pyramiden aus Champagnergläsern waren ihm nicht geblieben.
Das Boot schwankte und er schwankte gleich mit. In ihm stieg Übelkeit hoch, die ihn das Gesicht verziehen ließ.
Er stolperte die beiden Stufen zur Tür hinauf und öffnete. „Sag mal, weißt Du, dass heute Sonntag ist?“, fragte er vorwurfsvoll. „Was willst du hier?“
Allistair schob seinen Freund beiseite und trat ein. Dann schüttelte er sich, dass das Wasser von seinem Regenmantel nur so spritzte. Wellington begrüßte Allistair, der gleich ein Stück Wurst aus seiner Tasche zauberte. „Dir auch einen guten Morgen, mein Kleiner.“ Dann sah er zu John. „Kann ich `n Kaffee haben?“
John seufzte. „Klar. Setzt dich doch, wenn du schon mal da bist.“
„Wo hast du gesteckt? Du bist schwerer zu finden als Al Capone.“
John kniete vor dem Ofen und schichtete Holz und Zeitungen auf. Das geschah alles sehr, sehr langsam. „Mi Lai ist da. Wir haben ihren Geburtstag gefeiert.“
Allistair pflückte Mi Lais roten BH von der Lampe, betrachtete ihn und grinste. „Geburtstag gefeiert, hm? Hast du dir `ne Schleife drumgebunden?“
„Idiot. Würdest du bitte dieses blöde Grinsen sein lassen. Da ist nichts passiert… glaub ich. Ohh… mein Kopf.“
Ein Streichholz brach ab. Ein zweites auch.
„Soll ich lieber?“, fragte Alistair.
„Hey. Ich schaff` das schon. Dauert nur einen Moment.“
Allistair zog seinen Mantel aus, nahm sich einen Stuhl und setzte sich. „Rachel ist in Boston.“
„Rachel? Hilf mir mal. Rachel… wer?“
„Deine Rachel.“
Das dritte Streichholz fing Feuer. „Häh?“
„Rachel Chapman. Deine Ex-Frau. Gott, so besoffen kannst du doch gar nicht mehr sein.“
„Aua.“ John verbrannte sich die Finger. Fluchend warf er das Streichholz in den Ofen. Er stand auf. „Verdammt, was will die denn hier?“
„Hat sie nicht gesagt. Nur, dass sie sich mit dir treffen will. Klang `n bisschen aufgeregt.“
„Ohhh, das darf doch nicht wahr sein. Wieso hat sie dich angerufen?“
„Schon vergessen? Weil du seit dem Sturm vor drei Monaten kein Telefon mehr hast.“
„Ach richtig. Stimmt ja.“
„Kümmer dich endlich mal darum. Ich hab`s satt dauernd die Sekretärin für dich zu spielen.“
„Ja, ja.“ John beugte sich über das Waschbecken, ließ Wasser einlaufen und stopfte seinen Kopf hinein. Eine Minute hielt er ihn unter Wasser, ehe er prustend wieder auftauchte. Allistair warf ihm ein Küchentuch zu.
Das kalte Wasser belebte John ein wenig und die ersten Gedankenfetzen begannen sich zu einem logischen Konstrukt zusammen zu setzen. „Sie ist bestimmt wegen ihrem Dad hier. Da wett ich drauf.“
Allistair zuckte fragend mit den Schultern, während John endlich Kaffeewasser aufsetzte und sich zu ihm umdrehte.Ford Tri Motor
„Der alte Knochen hat mir geschrieben. Aus Kairo. Anscheinend steckt er in Schwierigkeiten.“
„Hatte ich schon mal das Vergnügen?“
„Nein, glaub` nicht. Er ist nicht gerade das, was man gesellig nennt.“
„Was ist denn los?“ Allistair zog ein Päckchen Zigaretten aus seinem ölverschmierten Overall und steckte sich eine an.
„Mhh. Hier, das hat er mir geschickt.“ John trat an einen Küchenschrank und holte ein Paket heraus, das er auf den Tisch stellte und öffnete. Eine Unmenge Holzwolle quoll heraus. „Hier. Ist das nicht fabelhaft.“ John hielt einen unterarmlangen Zylinder aus Alabaster in den Händen. Der Verschluss bestand aus einem kleinen, menschlichen Kopf mit Widderhörnern aus Marmor.
„Wow“, brachte Allistair hervor, der sich neugierig nach vorne beugte. „Das ist toll. Was ist das?“
„Du bist ein Banause, Allistair. Das ist ein Schriftrollenbehälter. An die zweitausend Jahre alt. Er kam vorgestern an.“
„Und? Ist denn auch was drin?“
„Ja, das wird dich umhauen, glaub mir.“ Ganz vorsichtig löste er den Marmorkopf. Wachs knirschte. Mit spitzen Fingern und ganz sachte, zog John eine lederne Haut hervor. Das Alter hatte sie dunkel und brüchig gemacht.
John entrollte sie auf dem Tisch. Sie war nicht größer als ein ausgebreitetes Handtuch und roch streng nach uralten Kellern und vergessenen Büchern. Ein Duft, den John nur allzu gerne roch. Er versprach ferne Länder, Abenteuer, Ruhm und nicht zuletzt… Schätze.
johnryder
Allistair war nicht so euphorisch. Mit diesem zweifelnden Blick, den er immer hatte, wenn er etwas nicht verstand, oder Johns Begeisterung nicht teilen wollte, setzte er sich seine Brille auf die Nase. „Hmm“, machte er. „Ich kann dieses Gekritzel ja gar nicht lesen. Was steht denn da?“
„Keine Ahnung. Ich kanns auch nicht lesen, aber…“ Er nahm einen Brief, der dem Paket beilag. „Den hat Gabriel geschrieben.“
„Wer ist Gabriel?“
„Rachels Dad. Mein Ex-Schwiegervater. Also hör` jetzt zu. Wenn es stimmt was er hier schreibt, dann könnte uns diese Schriftrolle den Weg zum Grab von Alexander dem Großen weisen. Es gilt als verschollen, weißt du. Stell dir das nur mal vor.“
„Was? Was soll ich mir vorstellen? Dass du nach den Knochen irgendeines toten Königs suchen willst?“
„Allistair! Doch nicht irgendein König. Einer der größten Eroberer, die jemals gelebt haben. Weißt du nicht was das bedeutet?“
„Was denn?“
„Gold, Allistair. Edelsteine. Grabbeigaben. Dieses Grab zu finden würde uns berühmt machen.“
„Hmm… oder uns richtig Ärger machen.“
„Na ja. Ruhm und Ehre bekommt man nicht umsonst. Ein bisschen was muss man schon dafür tun.“
Der Kessel auf dem Ofen begann zu pfeifen und John brühte Kaffee auf.
„Schwarz für mich“, sagte Allistair um dann zu fragen. „Was ist deinem Schwiegervater denn passiert?“
„Ex-Schwiegervater, bitte. Die Ausgrabung ist überfallen worden. Sein Partner, ein Doktor… Rocca wurde getötet. Gabriel konnte fliehen und versteckt sich jetzt in Kairo. Man ist wohl noch hinter ihm her.“
„Wer ist hinter ihm her?“
„Das schreibt er nicht, aber er bittet mich um Hilfe.“
„Und? Was wirst du machen?“
John grinste. „Schon komisch was. Er konnte mich nie leiden und jetzt kommt er ausgerechnet zu mir.“ Er kraulte Wellington den Kopf, wobei er Allistair ernst ansah. „Kommst du mit?“
„Nach Kairo? Um im Sand nach einen Hirngespinst zu buddeln? Bestimmt nicht! Ich hab` ein Flugunternehmen. Ich stecke bis zum Hals in Schulden. Und selbst wenn ich wollte. Bis Kairo ist es kein Katzensprung. Ich bin pleite und ich wüsste keinen der mir noch was pumpt.“
„Ich könnte Mi Lais Onkel fragen.“
„Das ist keine gute Idee. Was ich über ihn gehört habe, gefällt mir nicht.“
„Ah, Straßengeschwätz.“
„Kann sein. Aber mal ehrlich. Ein Gangster dem ich Geld schulde reicht mir, da muss ich es mir nicht auch noch mit den Chinesen verscherzen.“
„Du könntest deine Schulden mit einem Mal los sein.“
„Wenn wir was finden sollten.“
„Das werden wir.“
„Du bist und bleibst `n Optimist.“
„Hör zu. Gabriel glaubt daran. Und er hat was gefunden. Man kann viel über ihn sagen, aber ein Dummkopf ist er ganz bestimmt nicht.“
Allistair verdrehte die Augen. „Mal sehen.“
„Ist das ein Ja?“
„Es ist ein Mal sehen. Ich überleg`s mir, ok?“ Er sah auf die Uhr. „Du solltest jetzt los, sonst kommst du zu spät zu deinem… Rendezvous.“
„Was, jetzt? Ich kann nicht. Mi Lai würde mich umbringen.“
„Also ist die Schriftrolle doch nicht so wichtig.“
John sah seinen Freund ärgerlich an. „Verflucht. Ok. Ich fahr da hin, rede mit ihr und verschwinde wieder. Fertig. Mehr nicht. Und bevor du so blöd grinst: Das ist kein Rendezvous.“
Allistair grinste trotzdem. „Wir können ja wetten.“
„Ok. Fünf Dollar. Wann ist das Treffen?“
„Um zehn.“
„Dann bin ich spätestens bis zwölf wieder zurück. Wo soll ich hinfahren?“
„Sie hat das Frank`s vorgeschlagen.“
„Warum denn da zum Teufel? Ich bin nicht mehr da gewesen, seit… seit…“
„… eurer Scheidung. Vielleicht hat sie ja noch romantische Gefühle für dich.“
„Ich aber nicht mehr für sie.“ Er beugte sich über den Tisch, die Stimme nur ein Flüstern. „Kein Wort zu Mi Lai, verstanden. Sie würde das in den falschen Hals bekommen und mir die Hölle heiß machen.“
„Geht klar.“
„Allistair. Ich meine es ernst.“
„Ja, kapiert. Kannst dich auf mich verlassen.“
„Na hoffentlich.“ John blieb skeptisch. „Kann ich mir deinen Wagen leihen?“
Allistair zuckte erschrocken zusammen. „Was ist denn mit deinem?“ Johns Fahrstil war bekannt, der mit rabiat und rücksichtslos noch höflich umschrieben war.
„Den hab ich gestern stehen lassen. Irgendwo zwischen der Sixth Street und dem Chin Hai Restaurant. Wir müssen dann wohl ein Taxi genommen haben.“
„Verrat mir doch mal wie ich nach Hause kommen soll.“
„Nimm dir doch auch ein Taxi. Ich zahl`s auch.“
Sein Freund verdrehte die Augen.
„Oh, jetzt hab dich doch nicht so, Allistair. Ich fahr nur kurz in die Stadt. Ich bin vorsichtig, versprochen.“
Brummelnd zog Allistair einen Schlüsselbund aus der Tasche und knallte ihn auf den Tisch. „Das ist ein nagelneues Franklin Coupè. Es hat mich sechshundert Dollar gekostet. Ich will nicht, dass du auch nur einen Kratzer machst.“
John angelte sich den Schlüssel. „Klar, kennst mich doch.“
„Ja eben. Das ist es ja.“
John trank noch einen Schluck Kaffee, an dem er sich die Zunge verbrannte, bevor er auf Zehenspitzen zurück in das Schlafzimmer schlich. Mi Lai schlief noch immer.
Sie würde selbst den Tag des Jüngsten Gerichts verschlafen, da war er sich sicher.
Ihre Nacktheit reizte ihn dazu noch einmal zu ihr ins Bett zu steigen, um sie mit zärtlichen Küssen zu wecken. Irgendwann lächelte sie, ohne dabei die Augen zu öffnen. Ihre Arme umschlangen seinen Hals und ihre Küsse wurden fordernder. „Guten Morgen, Kuschelbär“, schnurrte sie. „Wollen wir da weitermachen, wo wir gestern aufgehört haben?“
„Du… ich kann nicht.“ Geschickt entwand er sich ihren Armen und richtete sich auf.
„Warum nicht?“ Müde blinzelte sie ihn an.
Er begann sich anzuziehen.
„Wo willst du denn hin? Ich hatte gedacht wir frühstücken zusammen und verbringen den Rest des Tages im Bett.“
John suchte nach Worten. Er durfte um Gottes Willen nicht verraten, dass er sich mit seiner Ex-Frau treffen würde. Mi Lai würde ihm die Hölle heiß machen. Obwohl sie kein Paar waren, war sie doch furchtbar eifersüchtig.
„Ich muss los. Es tut mir leid. Ich hatte mir unseren Morgen auch anders vorgestellt, aber… Allistair ist da. Es geht um `nen neuen Job.“
Er hatte Glück, sie war nicht streitlustig, eher anschmiegsam. Wie eine Liebesgöttin streifte sie das Betttuch zur Seite und räkelte sich verführerisch, rieb die Beine aneinander und ließ ihre Hände über den flachen Bauch wandern.
John trat der Schweiß auf die Stirn.
„Na? Bist du sicher, dass du weg musst?“, fragte Mi Lai. Ihr Lächeln verhieß alles was sich ein Mann nur wünschen konnte. „Oh, Mi Lai. Es geht nicht anders. Ich… oh… verflucht. Wir holen das nach… versprochen.“ Halb angezogen taumelte er gegen den Türrahmen. Er musste raus hier, sonst wäre er über sie hergefallen. Sie warf ihm ein Kissen nach.
John hüpfte auf einem Bein in die Küche, schlüpfte dabei in den zweiten Schuh, schnappte sich seinen Mantel und Hut vom Garderobenständer, nahm Gabriels Brief, steckte ihn ein und zeigte dann auf das Paket: „Allistair, pack das da wieder in den Küchenschrank.“ Kraulte im Vorbeihüpfen Wellington`s Kopf und war an der Tür. „Nimm Welli, mit zu dir, ja.“
Dann war er weg.John Ryder Bild2

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